Bundeswurmfortsatz Wulff verleiht Bundesverdienstkreuz an Bundestrainer Löw

Da wird einem doch wieder so richtig übel. Es hätte so schön sein können. Eine gute Mannschaft, die offensichtlich auch noch gut mit einander auskommen. Erfolge gegen “Fußball-Erzfeinde” England und Argentinien und Respekt im Ausland ob der so überraschend frech, frisch und abwechslungsreich spielenden Mannschaft.

Da konnte man sogar Angie im Hosenanzug auf der Tribüne ertragen.

Hat der nicht noch einen Pokal für Lena? Als Landespräsi von Niedersachsen hatte er ja auch nichts besseres zu tun, als die am Flughafen zu begrüßen.

Und jetzt das! Auf der Presskonferenz schlägt er Löw für des Bundesverdienstkreuz vor.

Ein bisschen Popularität zieht Politiker wirklich an wie Scheiße die Schmeißfliegen. Kaum gibt es eine Autobahn zu eröffnen oder einen Pokal zu überreichen, ist irgendeiner von diesen Leichenfledderern dabei.

Krönung: Wulff gerade im TV. Als was? Als Experte? Als ob die Reichsparteitag-Tussi und Oli Kahn nicht schon schlimm genug wären.

Bundeswurmfortsatz Wulff verleiht Bundesverdienstkreuz an Bundestrainer Löw

Wer soll es machen? Keiner!

Nun, da Horst in den Sack gehauen, die Flinte ins Korn geworfen hat und wie ein Warmduscher Servus sagt, fragen sich alle, wer soll es machen.

Ich finde, keiner soll es machen!

Das Amt des Bundespräsidenten (oder -präsidentin) ist überflüssig.

Zuletzt taugte es nur noch zur Inthronisierung eines Grußonkels. Der Bundespräsident heißt die Staatsgäste zweiter Klasse willkommen. Oder er reist in Länder mit weltpolitisch geringer Bedeutung und trifft dort die anderen nutzlosen Oberhäupter: Könige, Kaiser und Päpste.

1949 dachten sich unsere Eltern des Grundgesetzes, wir bräuchten eine Instanz noch über Regierung und Parlament. Das Amt ist geboren aus mangelnden Vertrauen in die junge deutsche Demokratie. Scheinbar reichte die Phantasie nicht aus, sich eine Verfassung ohne Staatsoberhaupt und ohne Restmonarchie vorzustellen. Eine Erinnerung an den Kaiser als wohlwollende, unabhängige Institution, die keine Parteien kennt, sondern nur deutsche. Mithin ein Händchenhalter aller Deutschen auf dem dunklen Pfad der Irrungen und Wirrungen der Politik.

Und die vielleicht wichtigste Begründung gegen das Amt: der Bundespräsident ist nicht vom Volk gewählt. Er ist (obwohl immer das Gegenteil betont wird) eben NICHT unabhängig. Er war bisher immer das Kind einer machtpolitischen Entscheidung, gewählt zur Hälfte aus handverlesenen Prominenten.

So gesehen ist es kein Wunder, dass dieses Amt so wichtig ist wie das eines Religionsführers in einem laizistischen Staat: nicht vom Volk gewählt, ohne Portefeuille, schlicht überflüssig.

Die Wahl eines neuen Bundespräsident leitete in Deutschland fast immer historische Regierungswechsel ein. Ein Fels in der Brandung, eine Konstante, eine Leitfigur sieht anders aus.

Wir brauchen keinen, der die Soldaten in die Kasernen zurückruft wie in Spanien ’81. Deutschland 2010 ist nicht Weimar 1919. Und die ewigen Ruckreden mag auch keiner mehr hören.

Die Vereidigung der Regierung kann der Bundestagspräsident oder der Alterspräsident übernehmen.

Aus Schloss Bellevue können wir ein Hotel für Staatsgäste machen. Zur überparteilichen und rechtsstaatlichen Kontrolle haben wir die Opposition, das Bundesverfassungsgericht und die freie Presse.

Und wenn es einer machen muss, wenn wir denn wieder einen Kaiser brauchen, dann meinetwegen Franz Beckenbauer.

Wer soll es machen? Keiner!

Noch mehr tote Soldaten in Afghanistan

Noch mehr tote Soldaten in Afghanistan und unsere Politiker heucheln wieder Betroffenheit. Allmählich verkommt das zur Farce.

Auch unser Verteidigungsministerchen hat nichts besseres zu tun, als gleich wieder seine Rückreise anzukündigen. Wenn der das bei jedem tödlichen Zwischenfall machen will, wird das noch lustig. Dann kommt der diese Legislaturperiode aber nicht mehr nach Hause.

Einzig Die Linke hat genug Arsch in der Hose, den Rückzug zu fordern. Aber kein Wunder, alle anderen Parteien, leider auch die Grünen, haben Blut an den Händen.

Wer will da schon der erste sein, der einen Irrtum zugibt? “Sorry, liebe Soldaten, wir haben uns geirrt. Ziele gibt es keine. Wenn könnten wir sie nicht erreichen, also ab zurück nach Hause.”

Noch mehr tote Soldaten in Afghanistan