Michael Jackson – Michael – das „neue“ Album, das nie erscheinen hätte sollen

Ich höre gerade rein…

Der erste Song klingt schon wie Melanie Thornton/La Bouche… ich dachte, ich hör nicht recht…

Der Rest ist wie eine lange B-Seite von Dangerous (sowieso keine besonders gute Platte, wenn auch sehr erfolgreich)

Alles aus dem PC, nichts ist analog.

Und dann dieses nervige Geschnalze von Jackson im Background, dieses „Tschick Tschick Tschicketschick“, das schon 1993 out war…

Einzig die Single von Kravitz ist ok und der Anfang von Behind the Mask (danke ans Sax, das den einzigen Schmutz auf der ganzen Platte bringt), bevor es wie „Keep it in the closed“ klingt. Außerdem erinnert das „whom do you love“ darin an Behind the mask von Clapton… Da hat sogar Clapton besser gesungen.

Würg.

Das hat er nicht verdient.

Schon komisch, Lennon, Elvis, Mercury (trotz alledem) haben (noch) nicht gelitten unter der Leichenfledderei.

Aber ausgerechnet Jackson wird seit Invincible von Album zu Album schlechter, und das schließt leider auch diesen posthumen Mist ein.

Ich verstehe nicht, wieso man bei Sony mit all dem Geld so einen Schund fabrizieren kann.

Glaubt es mir, auch die härtesten Fans werden das nicht mögen, weil es einfach schlecht ist.

Michael Jackson – Michael – das „neue“ Album, das nie erscheinen hätte sollen

Michael Jackson ist tot – perfektes Timing

Alle Welt gibt sich überrascht. Wieso eigentlich? Ich habe es gewusst. Sein tot war überfällig. Der Mann durfte einfach nicht altern.

Noch einmal tat er der Unterhaltungsindustrie einen gefallen. Er starb so schön, so unglücklich und so rätselhaft, wie es sich nur ein Drehbuchautor aus Hollywood ausdenken kann. Die Nachrichtensendungen der nächste Wochen dürften voll mit dem Thema sein.

Eine Stunde nach Bekanntwerden seines Ablebens schnellten die Musik-Downloads mit Stücken von Jackson in allen Online-Shops in die Höhe. Auf amazon.com waren die aktuell 15 meist verkauften Songs Aufnahmen von Michael Jackson. Vielleicht kann er ja so nachträglich seine Schulden begleichen.

michael jackson gelsenkirchen 1988

Was wird uns noch bevor stehen? Eine Wiedervereinigungs-Tour mit den verbliebenen vier Brüdern und Janet, ein Riesenplakat mit Michaels Konterfei im Hintergrund der Bühne? Ein Weihnachts-Special „Die Michael-Jackson-Story“? Ein Casting „The next MJ“? Sind seine Kinder alt genug für Talk-Show-Auftritte? Ich hoffe, nicht.

Er war eine arme gequälte Seele. Ein Kind, das von seinen Vater dazu geprügelt wurde, anzügliche Soul-Songs zu singen, und das mit sieben. Sollte man, soll ich Mitleid haben? Ich glaube er war die einzige berühmte Person auf diesem Planeten, die ich nie beneidet habe.

Sein Tot ist kein Rätsel. Er ähnelt dem von Elvis und Marilyn. Ein Star, der völlig den Bezug zur Realität verloren hat, treibt Raubbau mit seinem Körper, umgibt sich nur mit Ja-Sagern und plant mit 50 eine Marathon-Tournee, um seine Schulden zu begleichen. Dann ist genau das das Ergebnis. Oder hat tatsächlich jemand geglaubt, Michael Jackson würde in London ab Juli seinen Moonwalk vorführen. Ein alter Michael Jackson auf der Bühne? Niemals.

Letztlich tat er sich und uns mit seinem Tot einen Gefallen. Er bewahrte alle vor weiteren Peinlichkeiten. Jetzt ist er ein Heiliger. De mortuis nihil nisi bene. Sogar der amerikanische Kongress fügte gestern noch schnell eine Schweigeminute in die Tagesordnung.

Am Abend liefen die unvermeidlichen Musikvideos auf allen Kanälen. Und obwohl ich MJ einmal sehr gut fand, und auch eines seiner Konzerte besucht hatte, fand ich den größten Teil nur noch lächerlich bis peinlich. Ein Spargeltarzan mit Kunstgesicht macht auf der Bühne den Hampelmann – wenn auch gekonnt – und greift sich kieksend in den Schritt.

Er hat der Musik zwar seit mindestens 15 Jahren nichts mehr zu geben gehabt, aber Off the Wall und Thriller werden uns alle erhalten bleiben.

Er hat diesen Planeten verlassen, wahrscheinlich gehörte er sowieso nicht hierhin. Er war halt nur auf der Durchreise

Michael Jackson ist tot – perfektes Timing