Brangelina jetzt doch vor dem aus?

Hurrah, nach tagelangem Betroffenheitsjournalismus aus Haiti nun endlich wieder eine Nachricht, die die Welt wirklich bewegt. Brad Pitt und Angelina Jolie trennen sich. Kann man dann eigentlich das Wörtchen „und“ reinsetzen? Müsste es nicht eher heißen Brad Pitt Komma Angelina Jolie trennen sich?

Angelina Jolie hat dicke Lippen. Kaum zu glauben.

So, wie bringe ich noch da Schlüsselwort nackt hier unter? Angelina Jolie nackt, will das wirklich noch jemand sehen? Für mich ist die nur noch die Ursula von der Leyen aus Hollywood. Kaum guckt man weg, ist noch ein Kind dazugekommen. Wie bei Kuckucks (wie ist da der Plural?), auf ein Kind mehr kommt es auch nicht mehr an.

Brad Pitt hat eine dicke Nase. Zeit für einen Nosejob.

Was macht Ursula von der Leyen eigentlich zur Zeit? Sie hat den größten Etat im Bundeshaushalt, sogar noch vor Schulddiensten, aber bleibt erstaunlich stumm. Wahrscheinlich ist es nicht so ganz ihr Metier. Pfui, muss man auch verstehen, als absolute Power-Erfolgsfrau hat sie nur ungern mit Arbeitslosen und schwer Vermittelbaren zu tun. Hä Hä, das hätte ich ihr auch vorher vermitteln können. Der Kalauer sei mir erlaubt, so früh am Morgen.

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Brangelina jetzt doch vor dem aus?

Michael Jackson ist tot – perfektes Timing

Alle Welt gibt sich überrascht. Wieso eigentlich? Ich habe es gewusst. Sein tot war überfällig. Der Mann durfte einfach nicht altern.

Noch einmal tat er der Unterhaltungsindustrie einen gefallen. Er starb so schön, so unglücklich und so rätselhaft, wie es sich nur ein Drehbuchautor aus Hollywood ausdenken kann. Die Nachrichtensendungen der nächste Wochen dürften voll mit dem Thema sein.

Eine Stunde nach Bekanntwerden seines Ablebens schnellten die Musik-Downloads mit Stücken von Jackson in allen Online-Shops in die Höhe. Auf amazon.com waren die aktuell 15 meist verkauften Songs Aufnahmen von Michael Jackson. Vielleicht kann er ja so nachträglich seine Schulden begleichen.

michael jackson gelsenkirchen 1988

Was wird uns noch bevor stehen? Eine Wiedervereinigungs-Tour mit den verbliebenen vier Brüdern und Janet, ein Riesenplakat mit Michaels Konterfei im Hintergrund der Bühne? Ein Weihnachts-Special „Die Michael-Jackson-Story“? Ein Casting „The next MJ“? Sind seine Kinder alt genug für Talk-Show-Auftritte? Ich hoffe, nicht.

Er war eine arme gequälte Seele. Ein Kind, das von seinen Vater dazu geprügelt wurde, anzügliche Soul-Songs zu singen, und das mit sieben. Sollte man, soll ich Mitleid haben? Ich glaube er war die einzige berühmte Person auf diesem Planeten, die ich nie beneidet habe.

Sein Tot ist kein Rätsel. Er ähnelt dem von Elvis und Marilyn. Ein Star, der völlig den Bezug zur Realität verloren hat, treibt Raubbau mit seinem Körper, umgibt sich nur mit Ja-Sagern und plant mit 50 eine Marathon-Tournee, um seine Schulden zu begleichen. Dann ist genau das das Ergebnis. Oder hat tatsächlich jemand geglaubt, Michael Jackson würde in London ab Juli seinen Moonwalk vorführen. Ein alter Michael Jackson auf der Bühne? Niemals.

Letztlich tat er sich und uns mit seinem Tot einen Gefallen. Er bewahrte alle vor weiteren Peinlichkeiten. Jetzt ist er ein Heiliger. De mortuis nihil nisi bene. Sogar der amerikanische Kongress fügte gestern noch schnell eine Schweigeminute in die Tagesordnung.

Am Abend liefen die unvermeidlichen Musikvideos auf allen Kanälen. Und obwohl ich MJ einmal sehr gut fand, und auch eines seiner Konzerte besucht hatte, fand ich den größten Teil nur noch lächerlich bis peinlich. Ein Spargeltarzan mit Kunstgesicht macht auf der Bühne den Hampelmann – wenn auch gekonnt – und greift sich kieksend in den Schritt.

Er hat der Musik zwar seit mindestens 15 Jahren nichts mehr zu geben gehabt, aber Off the Wall und Thriller werden uns alle erhalten bleiben.

Er hat diesen Planeten verlassen, wahrscheinlich gehörte er sowieso nicht hierhin. Er war halt nur auf der Durchreise

Michael Jackson ist tot – perfektes Timing