Roland Koch will nicht mehr Ministerpräsident werden

Was ist passiert? Der als gewiefter Wahlkämpfer bekannte R. Koch aus Hessen stolpert in seine eigene Migranten-Beschimpfungsfalle.
Er zieht über die zu lasche Justiz her. Und dabei hat die hessische Landesregierung am stärksten den Rotstift an die eigenen Justiz-Stellen angelegt.

Dies führte dazu, dass in Hessen während seiner Amtszeit die Jungendkriminalität doppelt so stark wuchs wie in den anderen Bundesländern. Demnach stieg die Zahl schwerer und gefährlicher Körperverletzungen durch 14- bis 18-Jährige in Hessen zwischen 1999 und 2006 um 66 Prozent, im restlichen Bundesgebiet dagegen nur um 28 Prozent. [SPIEGEL-Online, 14.01.2007]

Ist Koch wirklich so dumm? Oder ist er schlecht informiert, gar desinteressiert? Taugen seine Referenten nichts mehr?

Nein, mich erinnert das an unseren Basta-Kanzler Schröder (Darf man ihn so nennen, ohne von ihm verklagt zu werden?). Der hatte auch keine Lust mehr auf seinen Job, weil ein besser bezahlter in Aussicht stand. Aber er wollte nicht so einfach kündigen, sondern suchte die Nicht-Bestätigung in einer ohne Not, dafür aber mit verfassungsrechtlich bedenklichen Klimmzügen verbundenen Neuwahl. Was ja auch funktionierte, haben wir doch seitdem einen Kanzler Merkel und Schröder einen Job bei Herrn Putin.

Aber vielleicht hat ja Koch auch eine neue Beratertätigkeit in Aussicht? Vielleicht für die Mafia? Erfahrung, wie man mit Schwarzgeld umgeht, einer Bestrafung entgeht und sich auch noch als Aufklärer derselben beweihräuchern lässt, hat er ja.

Es würde mich nicht wundern, wenn er demnächst neben Herrn Ackermann im Vorstand der Deutschen Bank sitzt. Aber wenn ich darüber nachdenke, wird es wohl doch nur zum Posten bei der hessischen Landesbank reichen. Die wollen ja demnächst die West-LB schlucken, da gibt es neben den berüchtigten gegenleistungsfreien Beraterposten von McKinsey&Co bestimmt noch irgendeine Position als Frühstücksdirektor.

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Roland Koch will nicht mehr Ministerpräsident werden

Koch fordert schon wieder mehr Geld für Politiker

Mir juckt die Faust immer, wenn ich Roland Koch sehe, den hessischen Ministerpräsidenten.

Dieser Mann ist für mich der Prototyp des Berufspolitikers. Langweilig nach außen und bieder, aber immer lauernd auf eine Gelegenheit, sich zu produzieren und andere abzusägen – eben ein Politiker.

Natürlich Jurist – als ob wir von denen noch nicht genug in der Politik hätten. Der Mann, der sich für die bessere Kanzlerin hält. Der brutalstmögliche Aufklärer der hessischen CDU-Parteispendenaffäre (Erinnert sich noch irgendwer? Das Volk vergisst schnell.). Roland Koch, machtgeil, trunken von der eigenen Wichtigkeit und völlig realitätsfern.

Kann sich wirklich jemand vorstellen, dass diesen Menschen jemand mag – vielleicht außer sein Haustier?

Mir ist vollkommen unverständlich, wie jemand bei klaren Verstand einer Person wie Roland Koch seine Stimme geben kann, dem wichtigsten Vertrauensbeweis in einer Demokratie. Da gehe ich doch lieber gar nicht wählen.

Dieser Mann behauptet im Zuge der aktuellen Debatte über zu hohe Managergehälter, dass Politiker im Vergleich noch viel zu wenig verdienen.

Die Besoldung für Politiker ist eindeutig nicht angemessen, etwa im Vergleich zu dem, was wir Verwaltungsdirektoren von Kliniken oder Sparkassendirektoren bezahlen. Das ist politisch aber auf überschaubare Zeit nicht zu ändern, und Neid ist mir ohnehin fremd. Und es hat einen Vorteil: Jeder, der die Politik zum Beruf machen will, muss dafür eine sehr gute Motivation haben.Frankfurter Rundschau, 12.12.2007

Ist das zu fassen? Der Mann spricht es aus und keinen juckt es. „Neid ist mir ohnehin fremd.“ Allein für den Satz musste ich gerade schlucken, damit mir das Frühstück nicht wieder hochkommt.

Und dann soll laut seiner Meinung Geld die einzige Motivation sein für einen Politiker. Tja, sag ich doch. Genauso ist es, leider.

Ne, Roland, ob das wirklich so klever ist, so kurz vor den Landtagswahlen in Hessen? Aber andererseits kann er sicher sein, dass die Opposition diese seine Aussage mit Sicherheit nicht gegen ihn verwenden wird. Warum wohl? Honi soit qui mal y pense.

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