Nur Verlierer telefonieren mobil

Zugegeben, in Notfällen oder bei einer Autopanne sind Handys sehr nützlich, ja beinahe unverzichtbar.

Aber wer beruflich immer und überall erreichbar sein muss und will, der ist doch nur eine arme Wurst.

Gearbeitet wird Mo-Fr von 9-18 Uhr im Büro. Wer davor oder danach und am Wochenende noch arbeitet, ist nichts anderes als ein freiwilliger Lohnsklave.

Ich für meinen Teil durfte im Urlaub wieder entdecken, wie befreiend es sein kann, kein Handy am Leib zu tragen. Kein Kümmern um den Akku oder die Funkdeckung, keine Sorge vor Diebstählen und Auslandsgebühren. Und vor allem, kein unfreiwilliges Zusammenzucken, wenn es bei einem total unpassenden Moment klingelt.

Ich habe mir vorgenommen, ab jetzt mein Handy zuhause nur noch ausgeschaltet zu lassen. So kann ich bestimmen, wann ich telefonieren will, und nicht irgendein A****, der sich nicht auf Bürozeiten beschränken kann mit seinem Mitteilungsbedürfnis.

Mag das Handy mal vor Urzeiten eine Bereicherung, für manche gar ein Statussymbol gewesen sein, so ist es doch jetzt nur noch eine einzige Last.

Nur Verlierer telefonieren mobil

Der Deutsche und das liebe Geld. Geht das schon wieder los?

Warum die Deutschen Asien-Aktien meiden- Das Verhalten scheint paradox: Deutsche Anleger wissen um die großen Renditechancen in Asien – trotzdem schrecken sie vor Aktien aus den dortigen Boomländern zurück. Brav kaufen sie heimische Standardtitel. Warum bloß? SPIEGEL

Nun, da der Beginn einer wirtschaftlichen Abschwungphase in Sicht scheint, werden wieder Artikel von PR-Stellen in den breiten Publikumsmagazinen gestreut, dass der deutsche Anleger immer noch dumm sei und sich endlich um eine vernünftige Anlageform kümmern müsse, auch wenn das bedeutet, dass man vom Markt noch weniger Ahnung hat als vom eigenen und dass man noch weniger in der Lage ist, Risiken einzuschätzen.

Leute, rennt um euer Leben und bringt euer Geld in Sicherheit. Die Finanzbranche hat die Profis abgegrast und jetzt ist sie wieder hinter den Cents des kleinen Mannes her.

Die Erfahrung zeigt schon seit Jahrhunderten, dass der Zug immer schon abgefahren ist, wenn die Profis auf einmal die Amateure entdecken.

Im Übrigen ist es völlig vernünftig, wenn der Anleger nur in das investiert, was er versteht. Und dass sind hierzulande eben Daimler Benz & Co. Die sieht er jeden Tag auf der Straße. Da weiß man, was man hat.

Wurde uns allen im Zuge der letzten (aktuellen?) Wirtschaftskrise nicht gepredigt, nur zu kaufen, was man versteht? Auf einmal soll das nicht mehr gelten?

Die Scheu, in Auslandsmärkte zu investieren nennt sich übrigens „local bias“ und ist ein weithin bekanntes Phänomen.

Also, ruhig bleiben und aussitzen.

Und die Behauptung, dass man mit 10 Jahre Investment in DAX-Index-Fonds kein Gewinn gemacht hätte, ist vollkommen aus der Luft gegriffen und hier ohne Quellenangabe – also unseriös.

Alle wissen, dass man jede Statistik so hinbiegen kann, wie es die eigene Verkaufstruppe braucht. Dann variiert man Vergleichskennziffern, Laufzeiten, Ein- und Ausstiegszeitpunkt oder unterschlägt mal eben die realen Verwaltungskosten und schon ist man im Minus oder dick im Plus.

Banker sind Verkäufer, keine Berater. Das muss man sich ins Hirn brennen.

Der Deutsche und das liebe Geld. Geht das schon wieder los?

Einige Regeln für den Umgang mit Geld, die immer und überall gelten

Schiffbruch in Dubai – Warum ein britischer Manager elf Wochen obdachlos in einem Park lebte. SPIEGEL

Dazu möchte ich Folgendes anmerken:

  1. Einen Wagen kauft man NIE auf Kredit. Weder im Heimatland noch im Ausland (da schon gar nicht!). Wer den Wagen nicht bar bezahlen kann, kann ihn sich nicht leisten. Dann muss man halt sparen oder was Billiges kaufen.
  2. Auch andere Konsumgüter (Reisen, Möbel etc.) erwirbt man niemals auf Kredit. Sowas machen nur sehr dumme Menschen. Wer mit Geld umgehen kann, macht sowas jedenfalls nicht.
  3. Niemals, unter gar keinen Umständen die Miete ein Jahr im voraus bezahlen – und schon gar keinen Kredit dafür aufnehmen. Wenn der Vermieter oder die Behörden mich rauswerfen, bin ich die im Voraus gezahlte Miete los. Als Mieter, der nur monatlich zahlt, ist man immer auf der sichereren Seite. Wenn es nicht klappt, ab in den Flieger und man ist nur eine Miete und vielleicht die Kaution los. Auch hier gilt, wenn ich einen Kredit aufnehmen muss, um wohnen zu können, stimmt irgendetwas nicht.
  4. Niemals über den eigenen Verhältnissen leben. Die Kreditkarte immer sofort ausgleichen, gar nicht erst Zinsen auflaufen lassen. Wer auf bessere Zeiten spekuliert und jetzt feiert, wird immer verlieren.
  5. Im Ausland gilt: Mindestens 10, besser 20 Prozent vom Nettoeinkommen zur Seite legen. Und zwar bei einer anderen Bank als der Hausbank oder besser noch in bar in stabilen Währungen (Euro, Franken, Dollar). Damit bezahlt man zur Not seinen Arzt oder das Rückflugticket nach Hause und muss nicht bei der Botschaft betteln gehen.
  6. Für alle Privatpersonen gilt – egal, was dir easyCredit&Co erzählen – Finger weg von Krediten gleich welcher Art.
  7. Kredite nur, wenn a) geschäftlich und b) haftungsbeschränkt – sonst ist die Sache eben eine Nummer zu groß und das Scheitern vorprogrammiert. Wer einen Kredit nur erhält, wenn seine Urgroßmutter bürgen muss, der sollte sein Geschäftsmodell noch mal genau überdenken.
Einige Regeln für den Umgang mit Geld, die immer und überall gelten

Gratiskultur im Internet

Als die „Times“ aus dem Gratis-Netz verschwand

Die Web-Seite der britischen „Times“ hat dramatisch an Besuchern verloren, seit sie Geld für ihre Online-Artikel verlangt. Doch für Häme ist es zu früh – der erste Einbruch der Nutzerzahlen ist wenig aussagekräftig. Erst langfristig wird sich zeigen, ob die Vision des Medienzaren Rupert Murdoch trägt. SPIEGEL

Wer soll denn die Top-Leute bezahlen, die die „Gratis“-Artikel schreiben? Etwa die lächerlich geringen Klickzahlen auf irgendwelche Banner (die ich z.B. filtere)?

Es ist kein Wunder, dass im Netz ein sehr großer Teil der Artikel nur noch von wenig journalistischer Subtanz (auch bei SPIEGEL online) durchdrungen ist und nicht selten aus den Zitate-Baukasten der Nachrichtenagenturen und Medienstellen kommen.

Und dass seit langen schon die Lektorenstellen abgebaut werden sieht man an den überhand nehmenden Fehlern (sowohl in Grammatik als auch in der Sache)

Wer gut recherchierte Artikel braucht, wie z.B. aus den Print-Versionen von FAZ, Zeit und Süddeutsche, der ist gerne bereit, ein paar Euro fuffzig zu zahlen – und nimmt dann selbstverständlich auch gerne die digitalen Benefits mit (Video, Foren, Archivrecherche etc.)

Aber wer DAS nicht erkennt, der soll sich nicht wundern, wenn bald die Online-Artikel nur noch von Amateuren in Blogs gepostet werden, die zum großen Teil nur auf digitalen Themen abfahren, aber zum gesellschaftlich Diskurs oder zu einer Aufklärung in differenzierten Themen nur wenig beitragen können.

Kurz: Gratiskultur fördert nur reichweitenstarken Boulevard und Sensationsjournalismus.

Ich drücke der Times die Daumen und hoffe, dass im Zuge einer Qualitätssteigerung auch der SPIEGEL dahin kommt.

Gratiskultur im Internet

Gesetzgeber gibt wieder der Lobbyarbeit nach

Offizieller Start: Post kassiert für Online-Briefe 55 Cent pro Stück
Auch übers Netz lassen sich nun rechtssichere Briefe verschicken – die Deutsche Post ist das erste Unternehmen, das zertifizierte E-Mails zum Einsatz bringt. Registrierte Nutzer werden damit eindeutig identifizierbar. Konkurrenten werden der Post folgen – mit niedrigeren Preisen. (Spiegel)

Und wider hat es ein Staatsmonopolist – die Post – (und die anderen Anbieter dieses nutzlosen Produktes) es geschafft haben, dieses quasi per Gesetz zum Must-Have zu erheben.

Gute Lobbyarbeit.

Das wird noch lustig, wenn der Erste über einen gehackten Account eine Lebensversicherung abschließt und dann nicht beweißen kann, dass er es nicht war. Dann dürfte aufgrund der technischen Sicherheit (*Hüstel*) die Beweislast wieder beim Opfer liegen, der somit zum Täter wird.

Im Gegensatz zu einer richtigen Unterschrift, die vom Graphologen ausgewertet werden kann, ist dies bei einer digitalen Unterschrift nämlich nicht möglich.

Das ist übrigens ein Problem aller digitalen Zertifikat. Wenn sie erstmal korrumpiert sind, ist die Kacke am Dampfen.

Also ich werde rechtsverbindliche Geschäfte gleich welcher Art mit Sicherheit NIEMALS über diese E-Mail-Adressen tätigen.

Es sei denn, der Gesetzgeber zwingt mich dazu, weil die Post es so will.

Gesetzgeber gibt wieder der Lobbyarbeit nach