Einige Regeln für den Umgang mit Geld, die immer und überall gelten

Schiffbruch in Dubai – Warum ein britischer Manager elf Wochen obdachlos in einem Park lebte. SPIEGEL

Dazu möchte ich Folgendes anmerken:

  1. Einen Wagen kauft man NIE auf Kredit. Weder im Heimatland noch im Ausland (da schon gar nicht!). Wer den Wagen nicht bar bezahlen kann, kann ihn sich nicht leisten. Dann muss man halt sparen oder was Billiges kaufen.
  2. Auch andere Konsumgüter (Reisen, Möbel etc.) erwirbt man niemals auf Kredit. Sowas machen nur sehr dumme Menschen. Wer mit Geld umgehen kann, macht sowas jedenfalls nicht.
  3. Niemals, unter gar keinen Umständen die Miete ein Jahr im voraus bezahlen – und schon gar keinen Kredit dafür aufnehmen. Wenn der Vermieter oder die Behörden mich rauswerfen, bin ich die im Voraus gezahlte Miete los. Als Mieter, der nur monatlich zahlt, ist man immer auf der sichereren Seite. Wenn es nicht klappt, ab in den Flieger und man ist nur eine Miete und vielleicht die Kaution los. Auch hier gilt, wenn ich einen Kredit aufnehmen muss, um wohnen zu können, stimmt irgendetwas nicht.
  4. Niemals über den eigenen Verhältnissen leben. Die Kreditkarte immer sofort ausgleichen, gar nicht erst Zinsen auflaufen lassen. Wer auf bessere Zeiten spekuliert und jetzt feiert, wird immer verlieren.
  5. Im Ausland gilt: Mindestens 10, besser 20 Prozent vom Nettoeinkommen zur Seite legen. Und zwar bei einer anderen Bank als der Hausbank oder besser noch in bar in stabilen Währungen (Euro, Franken, Dollar). Damit bezahlt man zur Not seinen Arzt oder das Rückflugticket nach Hause und muss nicht bei der Botschaft betteln gehen.
  6. Für alle Privatpersonen gilt – egal, was dir easyCredit&Co erzählen – Finger weg von Krediten gleich welcher Art.
  7. Kredite nur, wenn a) geschäftlich und b) haftungsbeschränkt – sonst ist die Sache eben eine Nummer zu groß und das Scheitern vorprogrammiert. Wer einen Kredit nur erhält, wenn seine Urgroßmutter bürgen muss, der sollte sein Geschäftsmodell noch mal genau überdenken.
Einige Regeln für den Umgang mit Geld, die immer und überall gelten

Gratiskultur im Internet

Als die „Times“ aus dem Gratis-Netz verschwand

Die Web-Seite der britischen „Times“ hat dramatisch an Besuchern verloren, seit sie Geld für ihre Online-Artikel verlangt. Doch für Häme ist es zu früh – der erste Einbruch der Nutzerzahlen ist wenig aussagekräftig. Erst langfristig wird sich zeigen, ob die Vision des Medienzaren Rupert Murdoch trägt. SPIEGEL

Wer soll denn die Top-Leute bezahlen, die die „Gratis“-Artikel schreiben? Etwa die lächerlich geringen Klickzahlen auf irgendwelche Banner (die ich z.B. filtere)?

Es ist kein Wunder, dass im Netz ein sehr großer Teil der Artikel nur noch von wenig journalistischer Subtanz (auch bei SPIEGEL online) durchdrungen ist und nicht selten aus den Zitate-Baukasten der Nachrichtenagenturen und Medienstellen kommen.

Und dass seit langen schon die Lektorenstellen abgebaut werden sieht man an den überhand nehmenden Fehlern (sowohl in Grammatik als auch in der Sache)

Wer gut recherchierte Artikel braucht, wie z.B. aus den Print-Versionen von FAZ, Zeit und Süddeutsche, der ist gerne bereit, ein paar Euro fuffzig zu zahlen – und nimmt dann selbstverständlich auch gerne die digitalen Benefits mit (Video, Foren, Archivrecherche etc.)

Aber wer DAS nicht erkennt, der soll sich nicht wundern, wenn bald die Online-Artikel nur noch von Amateuren in Blogs gepostet werden, die zum großen Teil nur auf digitalen Themen abfahren, aber zum gesellschaftlich Diskurs oder zu einer Aufklärung in differenzierten Themen nur wenig beitragen können.

Kurz: Gratiskultur fördert nur reichweitenstarken Boulevard und Sensationsjournalismus.

Ich drücke der Times die Daumen und hoffe, dass im Zuge einer Qualitätssteigerung auch der SPIEGEL dahin kommt.

Gratiskultur im Internet

Gesetzgeber gibt wieder der Lobbyarbeit nach

Offizieller Start: Post kassiert für Online-Briefe 55 Cent pro Stück
Auch übers Netz lassen sich nun rechtssichere Briefe verschicken – die Deutsche Post ist das erste Unternehmen, das zertifizierte E-Mails zum Einsatz bringt. Registrierte Nutzer werden damit eindeutig identifizierbar. Konkurrenten werden der Post folgen – mit niedrigeren Preisen. (Spiegel)

Und wider hat es ein Staatsmonopolist – die Post – (und die anderen Anbieter dieses nutzlosen Produktes) es geschafft haben, dieses quasi per Gesetz zum Must-Have zu erheben.

Gute Lobbyarbeit.

Das wird noch lustig, wenn der Erste über einen gehackten Account eine Lebensversicherung abschließt und dann nicht beweißen kann, dass er es nicht war. Dann dürfte aufgrund der technischen Sicherheit (*Hüstel*) die Beweislast wieder beim Opfer liegen, der somit zum Täter wird.

Im Gegensatz zu einer richtigen Unterschrift, die vom Graphologen ausgewertet werden kann, ist dies bei einer digitalen Unterschrift nämlich nicht möglich.

Das ist übrigens ein Problem aller digitalen Zertifikat. Wenn sie erstmal korrumpiert sind, ist die Kacke am Dampfen.

Also ich werde rechtsverbindliche Geschäfte gleich welcher Art mit Sicherheit NIEMALS über diese E-Mail-Adressen tätigen.

Es sei denn, der Gesetzgeber zwingt mich dazu, weil die Post es so will.

Gesetzgeber gibt wieder der Lobbyarbeit nach

Deutsche Bahn kackt ab

Fahrgäste kollabierten, Schaffnerinnen waren den Tränen nahe: Am Wochenende hat es mehr Pannen mit Klimaanlagen der Bahn gegeben als ihre Sprecher bisher eingeräumt haben. Der Fahrgastverband wirft dem Konzern Unfähigkeit vor.

Wieso sind alle so verwundert?

Genau das passiert laut Lehrbuch, wenn ein staatlich geschützter Monopolist seine Gewinne maximieren will.
Dann wird eben auf den Kunden geschissen.

Denn da keine Konkurrenz existiert, kann der Kunde nicht abwandern.

Ganz einfach.

Entweder es wird Konkurrenz (und war richtige!) zugelassen oder aber die Bahn wird wieder komplett unter staatliche Führung gesetzt und es werden wieder politische Preise und Angebote gemacht.
Beides ist der jetzigen Situation auf jeden Fall vorzuziehen.

Deutsche Bahn kackt ab

Das Fanal – Die BP-Katatrophe beendet das Amerikanische Jahrhundert

Aufstieg und Fall von Weltreichen

2010 ist es soweit. Jetzt können wir live und im Internet erleben, wie sich die seit Ende des zweiten Weltkriegs erlangte Vormachtstellung der USA in der Welt aufzulösen beginnt. Parallel zum auslaufenden Öl versiegt die Kraft der letzten selbsternannten Weltmacht.

Konnten wir den beneidenswerten Aufstieg als Kultur-, Wirtschafts- und Militärmacht nach Ende des Zweiten Weltkriegs miterleben, sehen wir nun den Abstieg in Dekadenz und Verlogenheit.

BP (auch wenn es ein britisches Unternehmen ist) liefert uns den Lackmustest für den Gestaltungs- und Überlebenswille einer Gesellschaft. Offensichtlich ist BP nicht in der Lage und auch nicht Willens, dass Problem zu lösen. Und das trotzdem eines Gewinns von13,9 Mrd. Dollar im Jahre 2009.

Es gibt und gab noch andere Indikatoren: mehrere kurz aufeinander folgende Wirtschaftskrisen, die ohne Konsequenzen blieben; eine bodenlose Verschuldung, die nie wird getilgt werden können, Kriege, die auch nicht mit noch mehr Waffen gewonnen werden können, die unglaublichen Reichtümer während einen Straßenblock weiter Menschen dahinvegetieren wie in der Dritten Welt.

Amerika ist korrupt und dekadent und kann sich nicht mehr auch sich selbst erneuern. Amerika hat die phantastische Kraft, sich immer wieder neu zu erfinden, verloren.

Amerika hätte ein Segen sein können für die Welt und war es auch viele Jahr lang. Schließlich haben die Amerikaner ihre Väter, Brüder und Söhne geschickt, um Europa und die Welt von den Nazis zu befreien. Aber die Arroganz der Mächtigen und die Unfähigkeit der Politiker hat es zu einem weltweiten Fluch werden lassen. Das bedingungslos exportierte wirtschaftliche Leitbild des Laissez-faire hat die gesamte Welt mit der Finanz- und Bankenkrise in den Abgrund gerissen. Und alles nur, damit sich möglichst viele Wallstreet-Banker goldene Wasserhähne leisten können.

Die Amerikaner haben viel Ansehen in der Welt verloren. Die Doktrin, dass jeder Feind des Feindes automatisch zum Freund wird, hat über mehre Kriege hinweg die Gruppe der bedingungslosen Freunde und Bewunderer der USA überschaubar werden lassen.

Churchill soll gesagt haben, am Ende machen die Amerikaner es richtig, nachdem sie zuvor alles andere ausprobiert haben. Dies wird es wohl auch im Falle von BP sein. Aber viel weiter werden sie nicht mehr kommen. BP ist das Menetekel, das letzte Tröpfchen in den Fass.

Das Ende der Geschichte kommt nicht

Bekannt ist die Aussage des Politikwissenschaftlers Francis Fukuyama, der nach dem Ende des Kalten Krieges nun das Ende der Geschichte kommen sah. Er hat sich getäuscht. So wie der Sozialismus scheitern musste, scheint nun auch sein Gegenpart, der bedingungslose Kapitalismus, zumindest in seiner amerikanischen Ausprägung zu scheitern.

Woran mag es liegen? Die Unfähigkeit der Politiker? Die Gier der Eliten? Eine nicht mehr zeitgemäße Verfassung? Die Trägheit des Durchschnitts-Amerikaners?

Die größte Lehre, die man aus der Geschichte ziehen kann ist, dass Reiche, kommen und gehen – und seien sie auch noch so mächtig.

Nationen implodieren und machen Platz

Andere Reiche kamen und gingen: das Makedonien Alexander des Großen, Rom, das britische Empire. Interessant ist, dass Aufstieg und Fall nun innerhalb weniger Generationen erfolgen und dokumentiert werden.

Ich denke nicht, dass die Amerikaner noch in der Lage sind, ihre Probleme zu bewältigen. Sie werden scheitern, „They will fail“. Ich frage mich, wie die Welt darunter leiden wird.

Und China steht schon an, die Position der USA zu übernehmen. Leider

Kleine Notiz am Rande: Fanal war der Markenname für Mineralöle der Hugo Stinnes AG.

Das Fanal – Die BP-Katatrophe beendet das Amerikanische Jahrhundert

Ich liebe BP

BP=UK=angelsächsisch=Ami. BP versagt auf ganzer Linie. Die Amerikaner sind zu Schönwetterkapitänen geworden.
Gerade wieder in den Nachrichten zu sehen: Eine pompöse „Feier“ für die 11 Verunglückten der Plattform. Sie seien als „Helden“ gestorben, die ihrer Leidenschaft gefolgt sind. Hoho, Helden? Leidenschaft wofür? Hier geht es nur um Geld und nichts anderes. Vom kleinsten Malocher auf der Plattform bis zum Vorstand.
Weltweit erwirtschaftete BP 2009 einen Konzernumsatz von 239 Mrd. US-Dollar und machte einen Gewinn von 13,9 Mrd. USD.
Den Chefs und vor allem den Kapitalgebern ist es völlig scheißegal, ob ihr Öl irgendwo ausläuft oder nicht. Allenfalls schmälert es ein bisschen den Gewinn.
Jetzt wird halt Kosmetik betrieben. Statt mit aller Kraft das Problem anzugehen und die Öffentlichkeit zu informieren, wird Chemie ausgespritzt, damit das Öl sich „verflüssigt“. Täuschen, Tricksen, Tarnen. Ich kenne die Tricks, alles tun, damit man ohne Probleme ins nächste Quartal, ins nächste Berichtsjahr rutscht, und dann schauen wir mal weiter.
Ich war früher mal schwer begeistert von Amerika und dem amerikanischen Leben. Ich bin es größtenteils nicht mehr.
Ich sehe vor meinen Augen den SUV fahrenden Ami, der jetzt nicht mehr an den Golf zum Schwimmen fahren kann und denke mir, selbst schuld, friss deine eigene Scheiße!
Ich liebe BP

CDU-Mitglied auf Steuersünder-CD

Nächtlicher Anruf in der Staatskanzlei

Das Telefon klingelt mehrere Male.

Auftritt Angela M.

Angela M.: „Ja, doch, ich komme schon.“

Angela M. nimmt ab

Angela M.: „Hallo?“

Mister X: „Grüß dich, Angela, hier ist der X.“

A: „Wer?“

X: „Ortsverband Württemberg-Nordbaden. Wir haben uns doch bei deinem letzten Wahlkampfauftritt hier kennen gelernt.“

A: „Ach so, ja ja. Wie geht es den Kindern.“

X: „Gut, gut, aber darum rufe ich nicht an. Ich hab‘ da ein kleines Problemschen.“

A: „Was denn?“

X: „Du, ich sag’s gerade heraus, ich glaube ich bin vielleicht mit auf dieser CD.“

A: „Welche CD?“

X: „Na, die worüber alle Welt jetzt spresche tut. Die mit de‘ Steuersünder.“

A: „Oh“

X: „Nahaja, esch war halt ein schweres Jahr. Und da dachte ich, ich bring mal was auf die Seite. Du, nichts großes. Aber a bissl‘ was is‘ scho.“

A: „Hm, und nu?“

X: „Naja, und da dacht‘ isch mir, rufst du mal die Angela an und sprichst mal mit ihr.“

A: „Und was soll ich jetzt tun?“

X: „Kannste nicht de‘ Wolfgang a bissl‘ auf den Zahn fühlen. Schließlich ist doch nicht mehr dieser scheiß Soz Finanzminister. Du, der Wolfgang soll das Teil eben einfach nich‘ kaufe.“

Angela M. überlegt.

X: „Biste noch dran? Oder wer’n wir abgehört? Oh, Oh, Scheiße!“

A: „Nein, nein, bleib mal ganz ruhig. Und mach dir mal keinen Kopf. Der Guido hat vorhin schon angerufen. Der wollte das selbe wie du. Ich schau mal, was ich machen kann.“

X: „Danke, Angela, danke.“

A: „Du, aber versprechen kann ich nichts. Aber würd‘ mich nicht wundern, wenn er selbst, also der Wolfgang, auf der CD ist.“

Angela M. kichert wie ein kleines Mädchen.

A: „Und zur Not sagen wir halt, das wäre mit dem Grundgesetz nicht vereinbar, von wegen Datenschutz und so. Das kriegen wir schon hin.“

X: „Danke Danke, Du.“

A: „Und nächste Woche ist eh wieder eine neue Sau dran, die durchs Dorf getrieben wird. Die neue von der Leyen, wie heißt die nochmal, achja, genau wie der Präsident, die Köhler, mit der war die Presse ja bisher lammfromm, obwohl die ja von nichts ’ne Ahnung hat. Aber dafür sieht se‘ halt gut aus. Ich glaub‘ ich schick dem Kai* mal ’ne SMS. Der soll mal ein Auge auf die werfen. Das lenkt auch prima von allem anderen ab. Damit kommen wir mindestens bis zur NRW-Wahl. Vielleicht sogar bis zur WM.“

X: „Aber die isch doch von uns.“

A: „Soll ich vielleicht nicht?“

X: „Oh, nein, doch, doch. Tu, was Du für richtig hältst.“

A: „Gut, dann wäre ja alles klar. Sonst alles okay? Ich müsste jetzt mal los, mein Badewasser wird kalt und ich steh hier nackig, nur mit ’ner Badehaube auf.“

Angela M. kichert wieder wie ein kleines Mädchen.

X: „Nein, nein, das war’s schon. Du, wann kommst denne mal wieder vorbei?“

A: „Wie wäre es denn mit der Weinlese?“

X: „Du, prima, ich mach das klar. Meine Sekretärin ruft deine an, okay?“

A: „Gut, und sag ihr bitte, das verbinden wir mit was geschäftlichen. Sonst zicken die Aufseher vom Fahrdienst wieder.“

X: „Prima. Mach’s gut Angela“

A: „Du auch.“

Angele M. legt auf.

A: „Also, das war schon der vierte heute… Thomas**, hol mir mal die Badebürste, die mit dem langen Stiel!“


* Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild-Zeitung.

** Thomas de Maizière, früher Chef des Bundeskanzleramts, jetzt eigenlich Innenminister

CDU-Mitglied auf Steuersünder-CD