John Lennon Vermarktung – mein Stinkefinger

Am 9. Oktober hätte John Lennon seinen 70. Geburtstag gefeiert – für die Plattenfirmen Gelegenheit, zahlreiche Boxen mit Altbekanntem auf den Markt zu werfen – garniert mit dem üblichen Wischiwaschi-PR-Quatsch. Immerhin: Manche seiner Alben werden spannender, je weiter sie zurückliegen. SPON

Ekelhafte Beutelschneiderei.

Würde Lennon noch leben, er würde auf die Plattenbosse pissen.

Seine Yoko hätte er längst zum Teufel geschickt, um mit schwedischen Models durch die Gegend zu ziehen.

Er hätte sich immer noch nicht mit Paul versöhnt, wäre immer noch wütend.

Und vor allem hätte er NIEMALS TV-Werbung für Autos gemacht.

Fuck off!

John Lennon Vermarktung – mein Stinkefinger

Sensation: RTL2 hat eine Qualitätsmanagement

Und ich dachte erst, ich les‘ nicht recht.

RTL 2 trennt sich von Unterhaltungschefin Ein Trash-Sender auf der Suche nach „Mitgefühl und gesellschaftlicher Verantwortung“: Im Rahmen einer „Maßnahme für mehr Programmqualität“ hat RTL 2 sich von der bisherigen Unterhaltungschefin Julia Nicolas getrennt. SPIEGEL

Fällt auch unter die Kategorie „Schämjob“. Zusammen mit Politiker, Priester und Drogendealer. Obwohl, beim Drogendealer…?

Sensation: RTL2 hat eine Qualitätsmanagement

Fragen, die sich Werner Sonne nicht traut zu stellen

Heute morgen gab es wieder ein Arschlecken-Interview von Werner Sonne im ARD-Morgenmagazin. Zu Gast ist Bundeswurmfortsatz Wullf. Bestimmt waren die Fragen wieder vorgegeben. Im Grund hörte es sich an wie die vorgezogene Neujahrsansprache. Oh, Gott, wenn ich das Wort höre, muss ich gleich wieder kotzen: Neujahrsansprache.

Anlass ist irgendein ominöses Essen mit dem Bundespräsidenten, das die Volksdemokratie stärken soll. Mumpitz. Werden mit Sicherheit auch wieder nur handverlesene Gäste anwesend sein.

Besser Fragen wären gewesen:

„Herr Wullf, was entgegenen Sie den Bürgern, die der Meinung sind, dass das Amt des Bundespräsidenten in einer modernen Demokratie überflüssig ist?“

„Herr Wulff, was entgegen Sie den Bürgern, die der Meinung sind, dass Sie nicht durch einen demokratischen Prozess ins Amt gekommen sind und in einer bundesweiten Wahl nie gewonnen hätten?“

„Herr Wulff, werden Sie die ganze Amtszeit durchstehen?“

„Herr Wullf, es viele Bürger sind der Meinung, dass Sie ein religiöser Frömmler sind, der einer obskuren, katholischen Sekte angehört. Wie begegnen Sie dem?“

Als er noch seinen Schnurrbart hatte, der Werner, da war er aber bissiger in seinen Fragen

Fragen, die sich Werner Sonne nicht traut zu stellen

Quäl-Promis sind eine gesellschaftliche Notwendigkeit

Kamel mit Olivia Jones (rechts)
Kamel mit Olivia Jones (rechts)

So strafen uns die Fernsehgötter – Der Trash ist tot, es lebe der Trash! Weil „Big Brother“ pausiert, schickt RTL 2 jetzt B-Promis zu pelzigen Ersatzfamilien oder zum Tätowierer – und fettleibige Teenager zum Abspecken nach Afrika. Da ist Häkeln spannender. SPIEGEL

Sendungen, in denen D-Promis gedemütigt werden, sind eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Sie dienen dem sozialen Druckablass. Sie sind ein Ventil für den durch Langeweile angestauten Verdruss.

Früher gab es halt den Dorfdeppen, den Vaterlosen oder den Aussätzigen, auf den alle herumgehackt haben. Das ist jetzt natürlich politisch unkorrekt. Daher haben wir eine Prominenten-Kaste erfunden, deren Mitglieder sich sich gerne freiwillig quälen lassen: Die Q-Promis, Q wie Quäl.

Ob die merken, dass sich der normale Zuschauer dabei meist leicht angewidert gruselt, ist unerheblich. Ich behaupte sogar, die meisten der Schwachmaten wissen, dass sie nur vorgeführt werden. Aber die nächsten Alimente müssen halt auch gezahlt werden.

Wobei es natürlich viel mehr Freude macht, wenn der Q-Promi tatsächlich alles ernst nimmt.

Ich für meinen Teil freue mich wieder auf „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“. Und hoffe, dass sich dann zumindest noch einige wirkliche D-Promis finden lassen. Denn ich musste erschreckenderweise feststellen, dass die in den neu aufgezogenen Foltersendungen der letzten Wochen angetretenen Personen, mir total unbekannt sind.

Und eine unbekannte Person quälen ist doch pervers.

Quäl-Promis sind eine gesellschaftliche Notwendigkeit