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Hat Deutschland im 19. Jahrhundert einen industriellen Aufstieg erlebt, weil das Land kein Urheberrecht kannte? Mit dieser Analyse sorgt ein Münchner Wirtschaftshistoriker für Aufsehen. SPIEGEL

Bis zu diesem Artikel war ich noch ein Verfechter, wenn auch ein beginnend zweifelnder, des Urheberrechts.

Aber nun habe ich meine Meinung geändert.

Das Urheberrecht scheint wirklich nur noch dazu zu dienen, die Pfründe derer zu sichern, die EBEN NICHT kreativ sind, nämlich der Verlage.

Die Menschen werden schon bald wie in der Musikindustrie mit den Füßen abstimmen: Man wird sich vernünftige eReader besorgen, die nicht wie das iPad geschlossene System sind, und auf Teufel komm raus alles aus dem Netz saugen, was es gibt: Bestseller, Anleitungen, Comics, Reportagen.

Und das ist gut so.

Ich freue mich schon auf den Tag, an dem ich mir die Comics aus dem Netz herunterladen werde, die ich mir jetzt nicht leisten kann, da die Verlage schon seit Jahrzehnten keine Neuauflagen mehr drucken und die Gebrauchtpreise aberwitzig sind. Selbst schuld, ihr hattet eure Chancen.

Und ich werde meinerseits Comics einscannen und online stellen. Wer die Printversion will, der wird sie sich auch weiterhin kaufen.

Wer Musik hören will, der wird auf Konzerte gehen. Schon mal überlegt, warum in den letzten Jahren soviele Künstler auf Tour wie nie zuvor? Weil sie keine Platten mehr verkaufen können.

Ich werde mir die massenhaft hergestellten 08/15-Schmöker, die nur Modethemen verarbeiten nicht mehr antun und sie digital testlesen. Wer gewinnt, wird VIELLEICHT von mir online gekauft werden, aber bestimmt nicht zum Preis eines gedruckten Werkes.

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Gratiskultur im Internet

Als die „Times“ aus dem Gratis-Netz verschwand

Die Web-Seite der britischen „Times“ hat dramatisch an Besuchern verloren, seit sie Geld für ihre Online-Artikel verlangt. Doch für Häme ist es zu früh – der erste Einbruch der Nutzerzahlen ist wenig aussagekräftig. Erst langfristig wird sich zeigen, ob die Vision des Medienzaren Rupert Murdoch trägt. SPIEGEL

Wer soll denn die Top-Leute bezahlen, die die „Gratis“-Artikel schreiben? Etwa die lächerlich geringen Klickzahlen auf irgendwelche Banner (die ich z.B. filtere)?

Es ist kein Wunder, dass im Netz ein sehr großer Teil der Artikel nur noch von wenig journalistischer Subtanz (auch bei SPIEGEL online) durchdrungen ist und nicht selten aus den Zitate-Baukasten der Nachrichtenagenturen und Medienstellen kommen.

Und dass seit langen schon die Lektorenstellen abgebaut werden sieht man an den überhand nehmenden Fehlern (sowohl in Grammatik als auch in der Sache)

Wer gut recherchierte Artikel braucht, wie z.B. aus den Print-Versionen von FAZ, Zeit und Süddeutsche, der ist gerne bereit, ein paar Euro fuffzig zu zahlen – und nimmt dann selbstverständlich auch gerne die digitalen Benefits mit (Video, Foren, Archivrecherche etc.)

Aber wer DAS nicht erkennt, der soll sich nicht wundern, wenn bald die Online-Artikel nur noch von Amateuren in Blogs gepostet werden, die zum großen Teil nur auf digitalen Themen abfahren, aber zum gesellschaftlich Diskurs oder zu einer Aufklärung in differenzierten Themen nur wenig beitragen können.

Kurz: Gratiskultur fördert nur reichweitenstarken Boulevard und Sensationsjournalismus.

Ich drücke der Times die Daumen und hoffe, dass im Zuge einer Qualitätssteigerung auch der SPIEGEL dahin kommt.

Gratiskultur im Internet