ZDF-Morgenmagazin lässt sich von mutmaßlichen Betrügern sponsern

Schon einmal die nervige Fluege.de-Sponsoren-Werbung im Frühstücksfernsehen des ZDF ertragen müssen?

Ja, genau, die Werbung in der man immer staunt, wie Rainer Calmund es in den Sessel geschafft hat.

Lest mal diesen Artikel aus WELT Online:  Die Machenschaften des Abzock-Imperiums Unister

Für die Portale von Unister werben Prominente wie Reiner Calmund und Michael Ballack. Doch nun deckt Computer Bild auf: Die Firma zockt Tausende Deutsche mit skrupellosen Methoden ab.

Ich wusste schon, warum mir die Personen, die für diese Unternehmen Werbung machen, nie sehr sympathisch waren.

Mal eine Frage: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das ZDF jemals über diese Machenschaften berichtet?

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ZDF-Morgenmagazin lässt sich von mutmaßlichen Betrügern sponsern

Die Griechen – Ein jämmerliches Völkchen

Griechenland vs. „Focus“ – Stinkefinger vor Gericht Unflätig grüßte Aphrodite vom „Focus“-Cover: Das Magazin hatte eine kritische Titelgeschichte über Griechenlands Staatsschulden mit der Liebesgöttin bebildert – und den Begriff „Betrüger“ benutzt. Ex-Chefredakteur Markwort und neun Kollegen sollen sich nun vor Gericht verantworten. [SPIEGEL]

Das passt doch zu den Südländern. Immer vor der Verantwortung drücken und wenn es eng wird, sich beklagen.

Schon Anfang der 80er, als es zum Beitritt von Spanien und Portugal und später von Griechenland kam, gab es die ersten Bedenkenträger, die damals schon warnten, dass die Bilanzen und wirtschaftlichen Kennziffern geschönt, wenn nicht gar gefälscht waren. Haben das alle schon wieder vergessen?

Die Griechen haben sich danach 30 Jahre mit Krediten und Krediten von Krediten über Wasser gehalten. Und jetzt, wo sie überschuldet sind, wird geheult.

Das ist höchstens ein jämmerliches, aber kein liebenswertes Völkchen.

Die Griechen – Ein jämmerliches Völkchen

SPIEGEL Online Zensur, Teil 2: Frankfurter Burka-Trägerin scheidet aus dem Amt aus

Komisch, immer nur zu Islam-Themen wird das Forum geschlossen. Es scheint, als würde man eine Auseinandersetzung scheuen. Ist ja ein Wunder, dass überhaupt noch darüber berichtet wird.

Frankfurter Burka-Trägerin scheidet aus dem Amt aus – Der Streit um eine Burka-Trägerin in Frankfurt ist beigelegt. Die Mitarbeiterin des Bürgeramtes dort scheidet freiwillig aus dem Dienst aus. Die hessische Landesregierung hatte wegen des Falls ein Burka-Verbot im öffentlichen Dienst erlassen. [SPIEGEL]

SPIEGEL Online Zensur, Teil 2: Frankfurter Burka-Trägerin scheidet aus dem Amt aus

Herr Guttenberg, ein Blender entzaubert sich selbst

Kein aktueller Bundespolitiker kann sich in so einer kurzen Amtszeit schon so vieler fetter, unaufgeklärter und letztlich ohne Konsequenzen gebliebener Skandale rühmen:

  • Unglückliche Aufklärung der Tankerbombardierung in Kundus
  • geöffnete Feldpost
  • vertuschter Todesfall auf der Gorch Fock
  • vertuschter tödlicher Unfall beim „Waffenspielen“
  • Rekrutenschikane bei Gebirgsjägern

Eine Aufklärung bliebt aus, zur Not wurde immer schnell ein Bauernopfer gefunden.

Hier haben wir schon einmal eine Vorschau, wenn ein zutiefst antidemokratischer Wind weht in unserer Republik. Die Armee scheint in zunehmenden Maße unter kompletter Missachtung einer parlamentarischen Kontrolle zu agieren. Der Bundestag hat nur noch einmal jährlich die Einsätze abzunicken.

Der Geist des Herrn Guttenberg ist ein Geist der alten Zeit, in der Kadavergehorsam als Tugend verstanden und Aufbegehren als Vaterlandsverrat gebrandmarkt wurde.

In der Bundeswehr wird getarnt, getrickst, gelogen, vertuscht und „Verrätern“ gedroht. Und wenn alles nichts hilft, wird eben mit den auf Linie gebrachten Boulevardjournalismus von Bild und Bunte geblendet.

Und man kann sich vorstellen, was uns blüht, wenn sich die Arme in Zukunft nicht mehr aus der Mitte der Gesellschaft speist, sondern aus reinen in der Realität gescheiterten Gestalten oder aus kaltschnäuzigen Karrieristen.

Herr Guttenberg ist ja kräftig dabei, sich zu entzaubern. Offensichtlich ist er mit seinem Job vollkommen überfordert. Da täuscht auch seine immer sitzende Gelfrisur nicht darüber hinweg.

Ein Blender entzaubert sich selbst.

Nur fürchte ich, das wird nichts daran ändern, dass viele Menschen in Deutschland Herrn Guttenberg für den neuen Messias halten.

Er könnte auch Kinder fressen und die bürgerlichen Wähler würden achselzuckend resümieren, dass die anderen es auch nicht besser machen.

Herr Guttenberg, ein Blender entzaubert sich selbst

Wikipedia – Wenn Pickelteenies die Meinung diktieren

Wie Jugendliche uns die Welt erklären – Tausende Menschen füllen Wikipedia täglich mit ihrem Wissen. Kaum jemand kennt sie. Zu den aktivsten Autoren gehören einige clevere, besonders junge Wikipedianer. Ben, Niklas und Robin sind zwischen 14 und 16 Jahren alt – und wachen über das Wissen der Welt. [SPIEGEL]

Wikipedia kann schnell in Meinugsterrorismus einiger weniger – hier Teenagern – umschlagen, die wenn sie einmal als Administrator eines Themas inthronisiert wurden, nur ganz schlecht zu stürzen sind.

Jeder im Internet hat schon Erfahrungen gesammelt mit „Forenbesitzern“, die willkürlich Beiträge löschen. Andere Meinungen sind tabu.

Dann wird man mit Sicherheit niemals eine andere Meinung gelten lassen als die des Administrators.

Für kommerzielle Projekte ist das in Ordnung und sogar Voraussetzung zum Gelingen.

Für „offene“ Systeme finde ich diese nur auf den ersten Blick demokratischen Kontrollen sehr schädlich.

Wer kontrolliert die Kontrolleure?

Mir ist schlicht nicht wohl bei dem Gedanken, dass ein 18-jähriger bestimmt, was ich zum Thema Argentinien in Wikipedia lesen darf und was nicht.

Macht euch mal Gedanken da draußen, darüber wieviel wir schon nicht lesen durften, weil eine Clique Erstnutzer ihre Pfründe sichert und vererbt.

Wikipedia – Wenn Pickelteenies die Meinung diktieren

FREIE INFORMATIONEN FÜR ALLE!

Hat Deutschland im 19. Jahrhundert einen industriellen Aufstieg erlebt, weil das Land kein Urheberrecht kannte? Mit dieser Analyse sorgt ein Münchner Wirtschaftshistoriker für Aufsehen. SPIEGEL

Bis zu diesem Artikel war ich noch ein Verfechter, wenn auch ein beginnend zweifelnder, des Urheberrechts.

Aber nun habe ich meine Meinung geändert.

Das Urheberrecht scheint wirklich nur noch dazu zu dienen, die Pfründe derer zu sichern, die EBEN NICHT kreativ sind, nämlich der Verlage.

Die Menschen werden schon bald wie in der Musikindustrie mit den Füßen abstimmen: Man wird sich vernünftige eReader besorgen, die nicht wie das iPad geschlossene System sind, und auf Teufel komm raus alles aus dem Netz saugen, was es gibt: Bestseller, Anleitungen, Comics, Reportagen.

Und das ist gut so.

Ich freue mich schon auf den Tag, an dem ich mir die Comics aus dem Netz herunterladen werde, die ich mir jetzt nicht leisten kann, da die Verlage schon seit Jahrzehnten keine Neuauflagen mehr drucken und die Gebrauchtpreise aberwitzig sind. Selbst schuld, ihr hattet eure Chancen.

Und ich werde meinerseits Comics einscannen und online stellen. Wer die Printversion will, der wird sie sich auch weiterhin kaufen.

Wer Musik hören will, der wird auf Konzerte gehen. Schon mal überlegt, warum in den letzten Jahren soviele Künstler auf Tour wie nie zuvor? Weil sie keine Platten mehr verkaufen können.

Ich werde mir die massenhaft hergestellten 08/15-Schmöker, die nur Modethemen verarbeiten nicht mehr antun und sie digital testlesen. Wer gewinnt, wird VIELLEICHT von mir online gekauft werden, aber bestimmt nicht zum Preis eines gedruckten Werkes.

FREIE INFORMATIONEN FÜR ALLE.

FREIE INFORMATIONEN FÜR ALLE!

Gratiskultur im Internet

Als die „Times“ aus dem Gratis-Netz verschwand

Die Web-Seite der britischen „Times“ hat dramatisch an Besuchern verloren, seit sie Geld für ihre Online-Artikel verlangt. Doch für Häme ist es zu früh – der erste Einbruch der Nutzerzahlen ist wenig aussagekräftig. Erst langfristig wird sich zeigen, ob die Vision des Medienzaren Rupert Murdoch trägt. SPIEGEL

Wer soll denn die Top-Leute bezahlen, die die „Gratis“-Artikel schreiben? Etwa die lächerlich geringen Klickzahlen auf irgendwelche Banner (die ich z.B. filtere)?

Es ist kein Wunder, dass im Netz ein sehr großer Teil der Artikel nur noch von wenig journalistischer Subtanz (auch bei SPIEGEL online) durchdrungen ist und nicht selten aus den Zitate-Baukasten der Nachrichtenagenturen und Medienstellen kommen.

Und dass seit langen schon die Lektorenstellen abgebaut werden sieht man an den überhand nehmenden Fehlern (sowohl in Grammatik als auch in der Sache)

Wer gut recherchierte Artikel braucht, wie z.B. aus den Print-Versionen von FAZ, Zeit und Süddeutsche, der ist gerne bereit, ein paar Euro fuffzig zu zahlen – und nimmt dann selbstverständlich auch gerne die digitalen Benefits mit (Video, Foren, Archivrecherche etc.)

Aber wer DAS nicht erkennt, der soll sich nicht wundern, wenn bald die Online-Artikel nur noch von Amateuren in Blogs gepostet werden, die zum großen Teil nur auf digitalen Themen abfahren, aber zum gesellschaftlich Diskurs oder zu einer Aufklärung in differenzierten Themen nur wenig beitragen können.

Kurz: Gratiskultur fördert nur reichweitenstarken Boulevard und Sensationsjournalismus.

Ich drücke der Times die Daumen und hoffe, dass im Zuge einer Qualitätssteigerung auch der SPIEGEL dahin kommt.

Gratiskultur im Internet