Wie wir alle für 6 Monate zu Terroristen werden

Mir juckt mal wieder die Faust, wenn ich an unser Stimmvieh in den Parlamenten, genannt Abgeordnete denke.

Heute habe ich mich doch entschlossen, mal auf die Ausführungen „meiner“ beiden Abgeordneten von CDU und SPD zum Thema Vorratsdatenspeicherung zu reagieren. Ich wollte erst nicht, da ich dies für Zeitverschwendungen hielt. Aber dann dachte ich mir, sollen diese zwei Herren mal ruhig wissen, was ich von ihnen halte.
Übrigens, über www.abgeordnetenwatch.de, bekommt jeder die Gelegenheit mal direkt bei seinem Bundestagsabgeordneten nachzuhaken.

Hier also meine Antwort

Vorratsdatenspeicherung, die Zweite

Ihre Argumentation zur Vorratsdatenspeicherung überzeugt mich in keiner Weise.
Ich bekomme zunehmend Angst, in diesem Staat zu leben. Nicht vor Terroristen (wo sind die denn, bitte schön?), nicht vor der Mafia, sondern vor unseren Geheimdiensten, die unkontrolliert Zugriff haben werden auf diese Daten.
Jetzt in diesem Moment (gut, erst ab 01.01.08), wird genau registriert, mit wem ich kommuniziere. Auch ihre Kommunikationsprofile, in ihrer Eigenschaft als Abgeordneter und privat, werden gespeichert.
Da Daten und Regelungen die Angewohnheit haben, nur zu wachsen und nicht zu schrumpfen, werden diese Daten mit Sicherheit auch länger erhalten bleiben. Vielleicht sogar ewig.
Möchten Sie im Jahr 2009 von einem wütenden Telekom-Mitarbeiter entlarvt werden, dass sie eben NICHT mit ihrer Frau, sondern mit ihrer Geliebten gesprochen haben?
Wer werden uns auf eine Flut von Sicherheitslecks, „Outings“, falschen Verdächtigungen und Spionage gefasst machen können. Solche Daten wecken Begehrlichkeiten, nicht nur bei Behörden.
Eine Datenspeicherung im Verdachtsfall hätte genügt, wie auch Untersuchungen der Polizei zeigen.
Aber in Deutschland sind wir alle für 6 Monate Terroristen, Steuerbetrüger und Kinderschänder.
Am schlimmsten wiegt in meinen Augen aber die Tatsache, dass hiermit der Keil zwischen Bürgern und Staat wieder ein Stück tiefer getrieben wird. Wer weißt, dass er überwacht wird, beginnt den Überwacher zu hassen.
JS
Im Übrigen hätte ich mir gewünscht, Sie würden nicht einfach nur die Standardantworten ihrer Parteizentrale per Copy&Paste hier einfügen. Oder sind sie nur ein Copy&Paste-Abgeordneter?

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Wie wir alle für 6 Monate zu Terroristen werden

Ein Gedanke zu “Wie wir alle für 6 Monate zu Terroristen werden

  1. Mephane schreibt:

    Und wer glaubt, dass nach 6 Monaten die Aufzeichnungen gelöscht werden, hat keine Ahnung von der Technik. Die Datenmenge ist so groß, da ist es einfacher und billiger, größere Datenspeicher anzuschaffen.

    Und nach ein paar Jahren, wenn in den Lagerhallen voller Festplatten der Platz nicht reicht, wirft man sie halt auf den Sperrmüll. Fachgerechtes Recycling kostet ja auch was.

    Zumindest wird man seitens des Staates so oder ähnlich „kompetent“ mit den Daten und Geräten umgehen…

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